KARMA CLASSICS – NEUE WEGE

Liebe Karma Classics Crowd,

weil es in den letzten Monaten sehr still um das Karma Classics Projekt geworden ist, möchten wir Euch gerne mitteilen, dass es nicht eingeschlafen ist. 😉

Wir waren in den letzten Monaten viel damit beschäftigt, neue Wege für das Karma Projekt zu erkunden. Die Botschaft an die ethisch wenig vorbildlichen Hersteller der modischen Vorbilder wurde ja mit den beiden vorangegangenen Ernten bereits deutlich gemacht: schöner Schuh, aber ganz schlechtes Karma! Wir können das besser! Bei der 3. Ernte geht es darum, etwas Besseres so anzubieten, dass noch mehr Menschen es ohne Bedenken produzieren können. Das macht diese Phase des Projektes etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Trotzdem haben wir Zeit und Aufwand, die dafür nötig sind, ziemlich unterschätzt. 😦 Einige Mitglieder der ursprünglichen Crew mussten deshalb in der Zwischenzeit wieder aussteigen, da sie sich beruflich neu orientieren und nicht mehr die Zeit aufbringen können, die das neue Karma Projekt fordert. Wir haben aber neue Crowd-Mitglieder gefunden, die mit der gleichen Begeisterung mitmachen.

Dieser Schuh soll Maßstäbe setzen. Er soll allen Menschen zur Verfügung stehen, die ihn crowducen wollen. Wir wollen ein chices, nachhaltiges „open source“ Produkt schaffen, ohne Marken-Rechte. Die einzige Bedingung, die wir stellen werden, ist die Produktion für den Eigenbedarf im regionalen Rahmen, nach hohen sozialen und ökologischen Aspekten.

Der Karma Classics II ist etwas Neues. Er soll viele Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

1) Der Sneaker soll ein Modell-Produkt werden, von unserer Crowd entwickelt, aber für alle Menschen nutzbar. So, wie es VanBo mit den Hartz IV Möbeln vorgemacht hat.

2) Er soll auch weiterhin nur zum Eigenbedarf hergestellt werden, also nur in der Menge, die der Zahl der Mitproduzenten entspricht. Wir wollen schließlich keine Vorhaltewirtschaft, die etwas produziert und danach in den Markt drückt, anstatt vorher die Nachfrage zu bestimmen. Außerdem ist Vorfreude auf ein Mega-Produkt ja etwas sehr Schönes. 🙂

3) Wir greifen bei der 3. Ernte auch den Gedanken auf, dass wirtschaftliche Dinge idealerweise in einem regionalen Rahmen ablaufen, um Menschen in der jeweiligen Region nach guten Maßstäben zu beschäftigen, soziale Strukturen zu erhalten und durch kürzere Wege die Umweltbelastung so gering wir möglich zu gestalten. Deshalb soll der Karma Classic II global herstellbar sein, aber immer nur regional und für den regionalen Gebrauch produziert werden. Wir wollen, dass jeder Mensch in seiner eigenen Region, zusammen mit anderen, die Classics II herstellen lassen kann, ohne dabei eine globale Lieferkette mit all ihren negativen Konsequenzen fördern zu müssen. Deshalb möchten wir als Europäer mit der 3. Ernte ein Beispiel für nachhaltige regionale Produktion auch im preislich teuren Europa setzen. Gerade weil hier höhere Standards gelten. Wir wollen, dass alle Welt sieht, dass man selbst in verhältnismäßig teuren Ländern sinnvoll wirtschaften kann.

  • Wir stehen in Kontakt mit EKN, einem etablierten Hersteller, der grundsätzlich Interesse an der Produktion einer Kleinserie geäußert hat. Hier wären die Gesamt-Kosten aber voraussichtlich höher als die 69 EUR pro Paar, die wir als Maßstab gesetzt hatten.
  • Als Option könnten wir selbst eine Produktion in Spanien organisieren. Dafür haben wir mit Julia Trautwein eine deutsche Expertin gewonnen, die seit mehr als zwanzig Jahren für namhafte Marken Schuhproduktionen in Spanien organisiert. Spanien hatte vor einigen Jahren eine florierende Schuhproduktion, bevor chinesische Billigprodukte den europäischen Markt überrollt haben. Wir könnten hier zeigen, dass mit Kreativität und der Beschreitung nachhaltiger Wege Möglichkeiten aus der Krise erarbeitet werden können. Julia arbeitet momentan mit spanischen und portugiesischen Lieferanten und Produzenten (Stoffe, Sohle und Endfertigung) zusammen, die in unserem Auftrag einen Prototyp entwickeln könnten, der unseren Vorstellungen entspricht.
  • Der Karma Classics II soll auch in Punkto Haltbarkeit noch verbessert werden, um dem Umweltgedanken noch mehr Rechnung zu tragen. Es gibt hier mehrere Alternativen, die unter Anderem auch die Verwendung von Recycling-Material beinhalten.

Wir werden in Kürze eine Auswahl der Möglichkeiten vorstellen, die Ihr als Crowd habt.

4) Wir möchten, dass andere Menschen den Karma Classics II auch produzieren können, ohne befürchten zu müssen, dass ein globaler Konzern die Rechte daran beansprucht. Deshalb möchten wir den Karma Classic II auch so weiter entwickeln, dass er ein klassisches Designprinzip aufgreift, aber nicht millimetergenau eine direkte Kopie eines Produktes ist, das wir aus moralischen Gründen eigentlich nicht wollen.

5) Wir glauben auch daran, dass jede ethisch gute Unternehmung das Gemeinwohl unterstützen muss. Dazu gehört auch die Zahlung von Steuern. So lästig sie sind, sichern Steuern die Existenz derjenigen Menschen, die abhängig von staatlichen Ersatzleistungen sind. Da wir eine höhere Stückzahl anpeilen als bei den ersten beiden Ernten, ist dies jetzt auch notwendig. Wir sind keine asozialen Würstchen-Ulis und wollen das auch nicht werden! Deshalb wollen wir auch eine Mehrwertsteuer mit einkalkulieren.

6) Wir gründen den gemeinnützigen „Karma Berlin“ Verein! Auch das ist ein notwendiger Schritt, da mit der dritten Ernte das Projekt ja nicht mehr eine einzelne Aktion ist, sondern schon eine etablierte Unternehmung, die einen rechtlichen Rahmen braucht. Wir machen damit das Crowducing von ethisch hochwertigen Dingen zu einer gemeinnützigen Aktivität. Der Verein wird dementsprechend als eine Hauptaufgabe die praktizierte Lehre des guten Konsums verbreiten.

Wir wollen eine Plattform gründen, auf der sich viele Karma-Interessierte bewegen und viele Projekte durchführen können. Ob dies nun die „Crowduktion“ von ethisch hochwertigen Schuhen oder vielleicht auch andere Vorhaben wie Workshops zu gutem Konsum etc. sind, das entscheidet Ihr. Wichtig ist dabei nur, dass alle daran mitwirken, die ein Interesse an der Besserung der gegenwärtigen Wirtschaft haben. Give & Take ist und bleibt unser Motto. Das Finanzamt prüft momentan vorab die Gemeinnützigkeit des Karma Berlin Vereins.

7) Showroom Karma Classics II – Wir möchten Euch das neue Modell auch zum Anfassen präsentieren und werden nach der Prototypen-Anfertigung einen Showroom eröffnen, in dem Ihr den Prototyp begutachten könnt. Dabei sollen auch die Stoffe und die Sohlen-Option vorgestellt werden. Falls jemand die Möglichkeiten hätte, einen solchen Showroom einzurichten, wären wir für eine Nachricht dankbar.

Wir hoffen sehr, dass viele von Euch auch bei der 3. Ernte als Co-Produzenten mitmachen und das Karma-Projekt auf eine neue Ebene heben.

LG,

Euer Karma-Team

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